Seit Januar 2026 praktiziert Mertcan Usluer, bekannt als „Gynäkollege“, nicht mehr im Krankenhaus. Im Podcast „Deutschland3000“ nennt der Arzt und Content Creator einen Burnout als Grund. Der Schritt ist eine persönliche Zäsur – und zugleich der Ausgangspunkt für eine scharfe Kritik an den Bedingungen, unter denen medizinisches Personal arbeitet.
Usluer berichtet im Gespräch von Einsätzen, bei denen er teilweise 20 Stunden gearbeitet habe und anschließend noch operieren musste. Diese Schilderung ist seine Erfahrung aus dem Klinikalltag. Sie zeigt, warum er Erschöpfung nicht als individuelles Versagen behandelt, sondern mit Arbeitsstrukturen verbindet, die auch Pflegekräfte, Hebammen und Reinigungspersonal belasten können.
Ein zweites Thema des Interviews ist der Zugang zu fairer Versorgung. Usluer kritisiert Nachteile für Frauen, queere und migrantisierte Menschen sowie Menschen mit Behinderungen. Medizinische Einzelzahlen aus dem Gespräch werden hier nicht ungeprüft weiterverwendet. Der belegte Kern ist seine Position: Der vermeintliche Normpatient bilde die Vielfalt realer Patientinnen und Patienten nicht ausreichend ab.
Als Creator erreicht Usluer Hunderttausende auf TikTok und Instagram. Sein öffentliches Profil gibt medizinischen Themen eine persönliche Sprache; das Interview zeigt zugleich deren Preis, wenn der Arzt selbst an eine Belastungsgrenze gelangt. Dieser Beitrag fasst das veröffentlichte NDR-/ARD-Gespräch zusammen. Das Interview wurde von Eva Schulz für „Deutschland3000“ geführt, nicht von Cliporia.
**Quellen:** [NDR – Zusammenfassung und Aussagen aus dem Interview](https://www.ndr.de/der_ndr/presse/mitteilungen/die-mehrheit-der-menschen-wird-im-gesundheitssystem-benachteiligt-dr-mertcan-usluer-gynaekollege-bei-deutschland3000%2Cpressemeldungndr-482.html), [ARD Sounds – Originalfolge](https://www.ardsounds.de/episode/urn%3Aard%3Aepisode%3Adc7a731777ac73ad/).



